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![]() Bild: liquidlibrary Wer wird denn gleich aus der Haut fahren?! Manche Praxissoftware ist so kompliziert, dass der Anwender irgendwann einfach die Nerven verlieren muss. Völlig überflüssig - findet Lothar Reschke und lobt die Schlichtheit von "Easypro". Wer sich für die Software "Easypro" entscheidet, kauft auch ein Paket Lebensweisheit mit ein. Denn Lothar Reschke (54), der in Personalunion für Idee, Programmierung, Support, Vertrieb und Marketing zuständig ist, verlangt von einer Verwaltungssoftware größtmögliche Klarheit und Verständlichkeit. Im Übrigen vom restlichen Leben auch.von Dorothee Pehlke Es ist nicht gerade originell, als Besonderheit einer Software für die Arztpraxis ihren klaren Aufbau und die leichte Bedienbarkeit herauszustellen. Dennoch beharrt Lothar Reschke aus München darauf, dass er mit "Easypro" eine ganz andere Qualität der Einfachheit erreicht habe als die Mitbewerber "genial einfach" eben. Woran man das merkt? Als Beispiel nennt er unter anderem die Anzahl von Klicks, die erforderlich sind, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen: Mit "Easypro sei die KV-Abrechnung einer durchschnittlichen Praxis mit nur einem einzigen Klick innerhalb weniger Sekunden erledigt. Anschließend würden auf einer Liste interaktiv die Daten angezeigt, die noch vervollständigt werden müssen und das wars. Nutzer nicht in die Abhängigkeit von Nerds treibenReschke arbeitete nach dem Informatikstudium in großen Softwarefirmen und hatte dabei ausgiebig Gelegenheit, das Selbstverständnis der Kollegen kennen- zulernen. "Überall bei Computerfachleuten begegnete mir dieselbe verbohrte Intellektgläubigkeit, erinnert er sich, die einherging mit einer unverständlichen Fachsprache, einem abgehobenen Verkomplizieren und dem Glauben an die Technik als Allheilmittel." Expertenwissen wurde dazu genutzt, Barrieren aufzubauen und die Benutzer in eine gewisse Abhängigkeit von den Fachleuten zu treiben. Kopfschüttelnd beobachtete Reschke, wie viel Geld Arztpraxen für Computer und Software ausgaben. Die Bündelung von teurer Software und überteuerter Hardware unter dem Titel Praxis-Komplettsystem hält er für einen geschickten Marketingtrick. "Wenn ich mir überall PC zu viel günstigerem Preis kaufen kann, inzwischen auch mit dem begehrten Vor-Ort-Service oder der Komplettgarantie, dann fällt doch diese ganze System-Philosophie flach", sagt er unverblümt. "Man braucht bloß einmal die Preise für Hard- undSoftware zu addieren und kommt zu verblüffenden Resultaten." Leicht und einfach besser als schwierig und kompliziert"Das können wir besser", stellte Reschke selbstbewusst fest und entwickelte Anfang der Neunzigerjahre für seine Lebensgefährtin, die als Kinderärztin praktiziert, ein eigenes Programm. Am Anfang wurden nur die Stammdaten der Patienten verwaltet, anschließend die Privatabrechnung als "EasyGOÄ" ergänzt und 1995 reichte Reschke "Easypro" zur KV-Zulassungsprüfung ein. Die hat er im ersten Anlauf glatt bestanden und schaltete anschließend das erste Inserat. Die Resonanz war gut und "Easypro" entwickelte sich im süddeutschen Raum zu einer Art Geheimtipp, besonders bei Kinderärzten, Allgemeinmedizinern, Psychotherapeuten und Psychologen. Bis zu zwölf Ärzte können in Gemeinschaftspraxen oder Praxisgemeinschaften mit dem Programm arbeiten, wobei die Mehrfachlizenz keinen Aufpreis kostet.Vereinfacht mit dem AlpenstilDie Verschmelzung von persönlicher Lebenserfahrung und Programmiertechnik bringt Reschke auf die Formel Alpenstil", den er wie folgt definiert: "Wo früher bei Expeditionen zum Himalaya ganze Hundertschaften von Trägern tonnenschwere Ausrüstungsmaterialien heranschaffen mussten, wagte es ein Reinhold Messner, zuerst mit wenigen Gefährten und dann schließlich ganz allein dieselbe Strecke zu bewältigen und hatte Erfolg damit. Der Alpenstil unterscheidet sich vom Expeditionsstil dadurch, dass er sich strikt auf das Wesentliche beschränkt und dass er kurzentschlossen auf das Ziel zusteuert, während der Expeditionsstil wahre Materialschlachten inszeniert und einen erheblichen Aufwand an Organisation, Hilfskräften und damit verbundenen Kosten und Risiken heraufbeschwört." Reschke macht keinen Hehl daraus, dass er wenig von der gängigen Arztpraxissoftware hält, die mit unnötigem Ballast überfrachtet und viel zu schwerfällig sei. Stattdessen setzt er in seinem Programm auf wenige, aber sinnvolle Funktionen und simple Bedienbarkeit. Er behauptet, dass selbst völlige Computerlaien innerhalb von einer halben Stunde mit "Easypro" arbeiten können. "Falsch machen können Sie im Grunde gar nichts", versichert er Skeptikern, "und wenn Sie Ihre Scheu ablegen, es könnten schreckliche Dinge passieren, werden Sie Spaß daran bekommen, das Programm nach und nach auszuprobieren. In kürzester Zeit werden Sie klarkommen. Das gilt erfahrungsgemäß auch für Computerlaien, die vorher noch nie mit einem Computer gearbeitet haben darunter auch ältere Kollegen kurz vor der Pensionierung. Seminare oder Schulungen seien deshalb völlig überflüssig und bei ihm nur auf besonderen Wunsch möglich.
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