Terminkalender ade?

Terminplanung per Computer schafft Entspannung in der Arztpraxis
Es hat sich wirklich vieles geändert in Deutschlands Arztpraxen und die Patienten bekommen dies sehr wohl mit. So dürfte ihnen die zunehmende Präsenz von EDV-Geräten kaum entgangen sein. Selbst die siebzigjährige Rentnerin wundert sich irgendwann, wenn ihr „Herr Doktor“ noch keinen Monitor auf dem Schreibtisch hat – schließlich sitzen ja schon ihre Enkel für die Hausaufgaben am Rechner. Muss nun ein niedergelassener Arzt befürchten, dass sein Renommee leidet, weil seine Praxis noch nicht komplett „durchelektronisiert“ ist? Muss die Arzthelferin mit hochgezogenen Augenbrauen rechnen, wenn sie Patienten einen "klassischen" handgeschriebenen Wiederbestellzettel in die Hand drückt?

Ganz so schlimm ist es zum Glück noch nicht, aber selbst in der „Servicewüste Deutschland“ werden die Kunden immer öfter professionell und prompt bedient. Also erwarten sie auch in ihrer Arztpraxis einen professionellen Umgang mit ihrer Zeit. Denn letztlich geht es bei der Terminplanung darum, dass die Zeit der Patienten nicht länger als wirklich notwendig in Anspruch genommen wird. So lautet das oberste Ziel beim Einsatz elektronischer Planungshilfen: volle Behandlungsräume und leere Wartezimmer! Dass bei der Annäherung an dieses Ziel die Effizienz einer Arztpraxis und folgerichtig auch die Erlöse deutlich zunehmen, ist eigentlich nur ein – wenn auch höchst willkommener – Nebeneffekt. Und noch ein anderer Effekt ist durchaus erfreulich, wie Sylvia Langhardt, Planungs-Expertin bei der CompuGROUP zu berichten weiß: „Bereits nach kurzer Zeit stellen die Anwender unseres Moduls PraxisTimer fest, das stressige Arbeitsspitzen kaum noch vorkommen und insgesamt der Alltag in der Praxis weniger hektisch geworden ist. Die Helferinnen wirken nicht nur entspannter, sie sind es tatsächlich!“

Patientenzufriedenheit fängt früh an . . .

Man darf vermuten, dass vor allem diese Veränderung den Patienten positiv auffällt und – wie man aus Patientenbefragungen weiß – einen entscheidenden Beitrag zum Praxisimage und zur Kundenbindung leistet.
Aber gute Terminplaner kommen dem Patienten noch viel weiter entgegen: das reicht von der Terminerinnerung über UMS an dessen Handy (PraxisManager) bis zur direkten Terminvergabe online über das Internet. Für Thomas Reichert, Geschäftsführer von MED+ORG (die 1999 als erste Anbieter die Termine auf Basis von Ressourcen planten und ihren MEDorganizer daher gerne als „Das Original“ bezeichnen) ist diese Zukunft bereits Gegenwart: „Nicht zuletzt zur Entlastung des Praxispersonals empfiehlt sich heutzutage die Online-Terminvergabe. Patienten buchen ihren Wunschtermin ganz einfach im Internet, wir arbeiten dazu mit den führenden Dienstleistern Terminland und DOC-IT zusammen, mit termininfo wird nächstes Jahr ein dritter Anbieter hinzukommen.“ Und wenn man bedenkt, dass Volkshochschulkurse wie „Rechner für Rentner“ innerhalb kürzester Zeit ausgebucht sind und der Nachwuchs keinen Tag ohne SMS erträgt, ist die zunehmende Bedeutung dieser Art der Terminvergabe wohl vorprogrammiert.
Bei diesen Aussichten fragt man sich, warum elektronische Terminplaner nicht längst gewohnter Alltag sind. Es liegt wohl wie meist daran, dass man lieb gewordene Gewohnheiten nicht gerne aufgibt. Wer jahrzehntelang das große Terminbuch gewöhnt war, wird sich nicht so leicht von Bleistift und Radiergummi trennen. Und die altgedienten Arzthelferinnen haben nicht einmal so unrecht: Es scheint nach wie vor erst einmal einfacher, mit dem Telefonhörer in der einen und dem Stift in der anderen Hand einen Patiententermin zu vereinbaren. Ein zeitgemäßes Szenario sieht aber eigentlich gar nicht so anders aus: Mit einem schicken Bluetooth-Headset hinter dem Ohr und dem eleganten Induktionsstift auf dem Touchscreen könnte die Terminsuche vielleicht sogar Spaß machen.
 
     
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